Kinderwunschzentrum Neckarsulm

 

 

 

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Behandlungsmöglichkeiten

 
Um Ihnen einen kleinen Eindruck und Überblick über die Möglichkeiten im Rahmen der Kinderwunschbehandlung zu vermitteln, finden Sie hier einen wunderbar gemachten Trickfilm vom Kinderwunschzentrum Mainz, der uns so gut gefallen hat, dass wir Ihnen diesen gerne mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Emig empfehlen möchten. Hier wird in sehr ansehnlicher Weise erklärt, wie die Unfruchtbarkeit bzw. Sterilität erfolgreich behandelt werden und damit die Fertilität verbessert werden kann.
 
Weitere ausführliche Informationen finden Sie weiter unten im Anschluß an das Video, wo wir Ihnen eine Überblick über den Ablauf der Diagnostik und Behandlung in unserer Kinderwunschpraxis vermitteln möchten.
 
Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit sich in der Kinderwunsch Info Broschüre weiter zu informieren, die Sie im Bereich Downloads herunterladen und einsehen können.
 

 

Das erste Gespräch

 

Schön, dass Sie sich für ein Beratungsgespräch in unserer Kinderwunschpraxis entschieden haben. Es ist uns wichtig, Sie in unseren gemeinsamen Gesprächen in einer angenehmen Atmosphäre zu beraten und ihre Anliegen zu klären.

 

An erster Stelle des Kinderwunschgespräches steht somit ein persönliches Kennenlernen. Am besten ist es, wenn beide Partner den Gesprächstermin wahrnehmen können. Um eine genaue Diagnose erstellen zu können, bespricht der Arzt mit Ihnen Ihre Anamnese und Krankengeschichte. Nachfolgend finden sie einige wichtige Fragen von unserer Seite für die nachfolgende Behandlung:

 

  • Wie lange besteht Ihr Kinderwunsch?

  • Wie lange ist Ihr Zyklus? Haben Sie Menstruationsbeschwerden?

  • Hatten Sie bereits Operationen oder liegen andere Erkrankungen vor?

  • Nehmen Sie bestimmte Medikamente?

  • Lag bereits eine Schwangerschaft vor?

 

Es ist nicht immer leicht über intime oder private Themen zu sprechen, doch alle Informationen helfen uns und somit Ihnen zur Erstellung einer genauen Diagnose.

 

Aufbauend auf dem Erstgespräch folgt eine körperliche Untersuchung und verschiedene Labortests. Eine Ultraschallkontrolle der Frau gibt Auskunft über Auffälligkeiten an den Geschlechtsorganen sowie andere Veränderungen. Blutuntersuchungen zu verschiedenen Tagen im weiblichen Zyklus geben Auskunft über Hormonstörungen bzw. Störungen der Eizellreifung.

 

Die Fruchtbarkeit des Mannes kann anhand einer Samenanalyse festgestellt werden. Durch Masturbation gewinnt der Mann das Ejakulat und gibt es in unserem andrologischen Labor für die Analyse ab. Untersucht werden Parameter wie Beweglichkeit, Konzentration und äußere Form (Morphologie) der Spermien. Es sollten 2 Spermiogramme im Abstand von 8 bis 12 Wochen vorliegen, da die Spermienfunktion sehr variieren kann.

 

Eine zusätzliche Untersuchungsmöglichkeit ist die genetische Abklärung beider Partner.

 

Die Bestimmung der Blutuntersuchungen auf HIV und Hepatitis B und C sind Voraussetzungen für eine Behandlung.

 

 

 

Unfruchtbarkeit - ab wann sprechen wir davon?

 

Von Unfruchtbarkeit wird gesprochen, wenn ein Paar regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat und innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt. Ein wichtiger Faktor für die Fruchtbarkeit ist das Alter der Patientin. Beginnend ab dem 30. Lebensjahr und verstärkt ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit der Frau ab. Die Samenproduktion des Mannes lässt nach dem 40. Lebensjahr langsam nach.

In der heutigen Zeit ist zu beobachten, dass es immer mehr zu einer Verschiebung der Familienplanung kommt. Oft sind die Paare bei der Geburt des ersten Kindes älter als 30 Jahre.

 

 

Mögliche Ursachen der Frau:

  • Störungen der Hormonproduktion

Der gesamte Körper mitsamt seiner Hormonproduktion steht in einem ständigen Gleichgewicht. Sollte es zu Störungen im Organismus kommen, z. B. Ausbleiben des Eisprungs, verminderte Gelbkörperproduktion in der 2. Zyklushälfte etc., nehmen diese negativen Einfluss auf die hormonelle Stimulation im menschlichen Körper.

 

  • Eileiterbedingte Unfruchtbarkeit

Sollte der Eileiter ganz bzw. teilweise verschlossen sein, so hat die Eizelle nicht die Möglichkeit mit den Samenzellen des Mannes im Eileiter zusammenzukommen. Gründe können z. B. Entzündungen oder vorangegangene Eileiterschwangerschaften sowie Operationen sein.

 

  • Endometriose

Als Endometriose wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter bezeichnet. Die genauen Ursachen für die Entstehung sind bislang noch nicht eindeutig geklärt. Symptome der Endometriose sind zum Teil starke Schmerzen kurz vor und zu Beginn der Monatsblutung.

 

  • PCO (Polyzystisches Ovarsyndrom)

Bei einem PCO-Syndrom bilden sich viele kleine (Follikel-)Zysten (auch als Eibläschen bezeichnet) in den Eierstöcken. Häufig kommt es aber nicht zum Heranreifen einer dieser kleinen Zysten zu einer sprungreifen Follikelzyste. Damit bleibt häufig der Eisprung aus oder findet deutlich verzögert und damit seltener statt, was ebenfalls die Fruchtbarkeit vermindert. Die zeigt sich häufig in Form eines deutlich verlängerten unregelmäßigen Zyklus, also wenn ein Zeitraum von deutlich mehr als 4 Wochen zwischen den Menstruationen liegt.

 

  • Störungen des Immunsystems

In seltenen Fällen kommt es zu einer körpereigenen Abwehrreaktion. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die körpereigenen Eizellen oder sogar gegen die Samenzellen des Mannes. Manchmal ist das Immunsystem einfach nur überreaktiv und bildet zuviele Immunzellen, die sich gegen den einnistenden Embryo wenden und seine Einnistung verhindern oder zu einem späteren Zeitpunkt seine Weiterentwicklung stören können.

 

  • Genetische Ursachen

Bestimmte genetische Erkrankungen/ chromosomale Veränderungen verursachen eine eingeschränkte Fruchtbarkeit.

 

 

Mögliche Ursachen des Mannes

  • Störung der Spermienreifung

  • Störung des Spermientransports

  • Immunologische Sterilität: Antikörperbildung gegen Samenzellen

  • Genetische Ursachen

  • Mumpsinfektion in der Kindheit

  • Hodenhochstand

  • Starker Nikotin und/oder Alkoholkonsum

  • Krampfadern im Hoden

 

 

Therapieoptionen

 

  1. Spermiogramm

Eine wichtige Basisdiagnostik im Rahmen der Sterilitätsabklärung ist die Untersuchung der Samenqualität des Mannes. Das Ejakulat wird nach einer Karenzzeit (Zeitdauer ohne Verkehr oder Masturbation) von 3-5 Tagen durch Masturbation gewonnen. In der Ejakulatanalyse werden unterschiedliche Parameter gemessen. Für die Beurteilung ist die Anzahl der Spermien, die Beweglichkeit und die die Form (Morphologie) der Samenzellen bedeutend. Es sollten im Abstand von 8 bis 12 Wochen zwei Spermiogramme vorliegen, da die Ergebnisse häufig variieren können.

 

  1. Insemination

  2. 1 Homologe Insemination

Eine homologe Insemination wird dann durchgeführt, wenn die Spermien des Mannes vermindert bzw. die Beweglichkeit leicht eingeschränkt ist oder eine verminderte Schleimbildung im Gebärmutterhals vorliegt (z.B. nach einer Operation am Muttermund (Konisation) nach meist mehrfach auffälligen Krebsvorsorgeabstrichen).

Für die Behandlung gibt der Mann sein Ejakulat ab. Im Labor werden die Samenzellen von ihrer Flüssigkeit getrennt und in einem weiteren Schritt ankonzentriert. Dies geschieht in speziellen Wasch- und Isolierverfahren.

Im Anschluss werden die aufbereiteten besten Spermien mit einem dünnen weichen Katheter in der Gebärmutterhöhle der Frau eingebracht, um die Befruchtung zu erleichtern. Es ist ein einfaches und schmerzfreies Verfahren und dauernd nur wenige Minuten. Der Eingriff findet um den Tag des Eisprungs statt.

Je nach Befund wird die Insemination mit einer Hormonunterstützung durchgeführt, um den Therapieerfolg zu unterstützen. Das Heranwachsen des Follikels (Eibläschen) wird mittels Ultraschallkontrolle im der Praxis überwacht.

 

  1. 2 Heterologe Insemination

Befinden sich im Ejakulat des Mannes als auch in der Hodenbiopsie keine Spermien, so besteht die Möglichkeit eine Schwangerschaft über eine Samenspende zu erzielen. Die Proben werden vom Patientenpaar direkt in der zuständigen Samenbank geordert und im Kinderwunschzentrum eingelagert. Bei Bedarf kann die Samenprobe für eine Insemination herangezogen werden, bzw. auch für eine IVF/ICSI Maßnahme. Wir arbeiten in diesen Fällen mit anderen Kinderwunschpraxen zusammen.

 

  1. IVF / ICSI Behandlungsschritte

  2. 1 Stimulationszyklus / Förderung der Eizellreifung

Die hormonelle Stimulation dient zur Verbesserung der Eizellreifung und beginnt meist am 3. bis 5. Zyklustag. In einem natürlichen Zyklus der Frau wächst eine Eizelle heran. Ziel der Hormonstimulation ist es, mehrere Eizellen zum Wachstum anzuregen. Die Anzahl der heranwachsenden Follikel (Eibläschen) ist von mehreren Faktoren abhängig, wie z. B. das Alter der Frau, die Gabe der Medikamente etc..

In der ersten Phase der Hormonbehandlung werden die Eierstöcke auf die folgende Stimulation vorbereitet (Down Regulation), in dem die körpereigene Hormonstimulation unterdrückt wird. Dieser Vorgang wird durch eine tägliche Einnahme bestimmter Medikamente erzielt. Es gibt auch ein sogenanntes Antagonisten-Stimulationsprotokoll, bei dem nicht bereits vorher mit einer Down Regulation begonnen werden muss. Im Anschluss beginnt nun die Stimulation der Eierstöcke. Ihr behandelnder Arzt erstellt einen individuell abgestimmten Behandlungsplan. Verabreicht wird in den kommenden Tagen eine bestimmt Hormonmenge in Form von Spritzen. Damit Sie dies selbständig zu Hause durchführen können, wird ihnen das Fachpersonal in unserem Kinderwunschzentrum die genaue Anwendung der Spritzen erklären und demonstrieren.

 

3.2 Überwachung der Eizellreifung

Das Heranwachsen der Eizellen wird mittels Ultraschallkontrollen ärztlich kontrolliert. Im Ultraschall wird sichtbar, wie viele Eibläschen (Follikel) sich durch die Stimulation gebildet haben und wie groß sie jeweils sind. Um den optimalen Zeitpunkt des Eisprungs zu bekommen, können zusätzlich Blutuntersuchen der Hormone Estradiol (E2) und Progesteron (Prog) durchgeführt werden.

 

3.3 Auslösen des Eisprungs

Ist eine optimale Reifung der Follikel anhand der Hormon- und Ultraschallbestimmungen erzielt, kann der Eisprung ausgelöst werden. Durchgeführt wird das Auslösen des Eisprungs durch eine HCG-Injektion. Ca. 36 Stunden später werden die Eibläschen samt Eizellen entnommen (Follikelpunktion).

 

3.4 Follikelpunktion

Der Eingriff wird in unserer Praxis ambulant durchgeführt. Er dauert in der Regel ca. 15 Minuten und wird mit einer leichten Narkose durchgeführt. Unter Ultraschallsicht werden die Eibläschen durch die Scheidenwand abpunktiert. Nach der Entnahme der Follikelflüssigkeit werden die gewonnen Eizellen im Labor auf die weitere Behandlung vorbereitet. In unserem Ruheraum kann sich die Patientin im Anschluss von der Kurznarkose erholen.

 

3.5. Samengewinnung

Für die weitere Behandlung bzw. Insemination werden nun die Spermien des Mannes benötigt. Sie können vorab entscheiden, wo Sie die Samenprobe gewinnen möchten. Eine Spende in unserer Praxis als auch eine Spende zu Hause ist möglich. Sollten Sie die Probe jedoch zu Hause gewinnen, darf die Entfernung zur Praxis jedoch 1 Stunde nicht überschreiten, um einen zeitnahen und keimfreien Transport ins Labor zu gewährleisten.

 

3.6. IVF / ICSI Durchführung

Nach der Follikelpunktion werden die Eizellen im Labor auf die weitere Behandlung der künstlichen Befruchtung vorbereitet. Je nach Samenqualität des Mannes wird eine IVF (In-vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion) durchgeführt.

Im Verfahren der IVF-Behandlung wird eine gewisse Menge aufbereitetes Sperma zu den Eizellen in die Kulturschale hinzugegeben. Das Spermium kann aufgrund seiner guten Beweglichkeit die Hülle der Eizelle selbstständig durchdringen.

Wenn die Spermien nicht aus eigener Kraft in die Eizelle eindringen können, so wird die ICSI-Methode angewandt. Unter dem Mikroskop wird je ein Spermium von guter Qualität in je eine Eizelle der Frau injiziert. Diese Methodik ermöglicht Paaren eine Therapie, bei denen eine hochgradige Verminderung der Samenqualität vorliegt.

Damit sich die zusammengebrachten Spermien und Eizellen optimal entwickeln können, werden sie in einem speziellen Wärmeschrank bei gleichbleibenden Bedingungen ähnlich der Gebärmutter gelagert. Jedes Patientenpaar belegt ein eindeutig gekennzeichnetes Fach für ihr Erbgut.

 

3.6. Befruchtung der Eizellen

Ca. 20 Stunden nach der Insemination bzw. Injektion befindet sich die Eizelle im Pronucleus-Stadium, dem sog. Vorkernstadium. Im Labor werden am Folgetag mikroskopisch die Vorkerne von Mann und Frau sichtbar. In diesem Stadium erfolgt eine Auswahl derjenigen Eizellen, welche sich zu Embryonen für den geplanten Transfer weiterentwickeln sollen. Sind überschüssig befruchtete Eizellen vorhanden, so besteht die Möglichkeit die Eizellen einzufrieren, die sog. Kryokonservierung. Hier werden befruchtete Eizellen im flüssigen Stickstoff bei – 196 Grad Celsius für längere Zeit lagerfähig gemacht.

 

3 .7. Embryotransfer

Befruchtete und geteilte Eizellen werden als Embryo bezeichnet. Zwei bis fünf Tage nach der Follikelpunktion (Entnahme der Eizellen) werden die Embryonen bzw. Blastozysten zurück in die Gebärmutter übertragen. In einem dünnen weichen Katheter werden sie mit wenig Kulturmedium aufgezogen und durch die Scheide in die Gebärmutter gesetzt. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und ist für die Patientin schmerzfrei. Die Übertragung wird im Ultraschall kontrolliert, so dass die richtige Position des Katheters sichtbar wird.

Im Anschluss des Embryotransfers ruht die Patientin für ca. 10 Minuten im Ruheraum unserer Praxis.

Es dürfen maximal drei Embryonen pro Zyklus in die Gebärmutter übertragen werden, wobei wir in aller Regel nicht mehr als 2 Embryonen transferieren. Wie viele Embryonen jeweils zurückgegeben werden, bespricht Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen vorab im Stimulationszyklus.

Nach dem Transfer setzt die sog. Gelbkörperphase ein. Diese wird bis zum Schwangerschaftstest hormonell unterstützt, um einen frühzeitigen Hormonabfall zu vermeiden.

 

  1. PICSI®

PICSI® (Präselektive oder physiologische intrazytoplasmische Spermieninkektion) ist ein Spermienauswahlmethode, welches im Rahmen der ICSI-Behandlung angewandt werden kann. Dieses Verfahren richtet sich nach dem Reifegrad der Spermien, an das sich die übliche Auswahl nach morphologischen Kriterien anschließt.

Reife Eizellen tragen den chemischen Stoff Hyaluronan auf ihrer Eihülle. Die Köpfe reifer Spermien tragen einen speziellen Rezeptor, mit denen sie sich an den chemischen Stoff binden können und somit eine Fertilisation bewirken.

PICSI® ist eine Technik, die eine natürliche Auswahl von einer reifen Samenzelle imitiert. Reife Samenzellen binden sich an eine speziell behandelte Kulturschale, an die der Wirkstoff Hyaluronan aufgebracht ist. In einem zweiten Schritt werden die gebundenen Samenzellen auf ihre morphologischen Eigenschaften beurteilt und für die Mikroinjektion (ICSI) der Eizelle verwendet. Empfohlen wird das PICSI® Verfahren bei einer ausbleibender Einnistung in die Gebärmutter oder geringer Befruchtungsrate bei vorherigen Behandlungen.

 

  1. Kryokonservierung 

  2. 1 Kryokonservierung von befruchteten Eizellen:

Entstehen bei einer IVF- oder ICSI –Behandlung mehr befruchtete Eizellen, als für den Transfer benötigt werden, so besteht die Möglichkeit die überschüssigen Eizellen einzufrieren. Dieses Verfahren erfolgt im Vorkernstadium. Im flüssigen Stickstoff werden die Zellen bis -196 Grad Celsius abgekühlt. Die Zellen sind im kryokonservierten Zustand mehrere Jahre lagerfähig.

Sollte ein Zyklus nicht zur gewünschten Schwangerschaft führen oder nach einer Geburt eines Kindes ein weiter Versuch gewünscht sein, so kann das Paar auf die gelagerten Zellen zurückgreifen. Der Vorteil des Kryokonservierung besteht darin, dass die Frau eine deutlich geringere Belastung der Hormongabe hat, Follikelpunktion und Narkose entfallen und die Gefahr der Überstimulation entfällt.

  • 5.2 Kryokonservierung von Spermien:

Wenn der Partner z. B. auf beruflichen oder anderen Gründen nicht zum Zeitpunkt der Therapie anwesend sein kann, so besteht die Möglichkeit die Spermien vorab einzufrieren. Im Bedarfsfall werden sie wieder aufgetaut und für die aktuelle Behandlung eingesetzt.

Behandlungen wie Bestrahlungen oder Chemotherapien aufgrund bösartiger Erkrankungen nehmen Einfluss auf die Qualität Ihres Erbgutes. Daher ist es sinnvoll, vorab Spermien einzufrieren, um im späteren Fall auf ihr Erbgut zurückgreifen zu können.

  • 5.3 Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen:

Viele Frauen befinden sich in einer aktuellen Lebenssituation, in der sie sich noch nicht dazu entschlossen haben ein Kind zu bekommen oder haben noch nicht rechtzeitig den passenden Partner befunden. Für diese Situation besteht die Möglichkeit, idealerweise im Alter zwischen 25 und 35 Jahren Eizellen einfrieren zu lassen. Es geht auch zu einem späteren Zeitpunkt, allerdings nimmt mit zunehmendem Alter der Eizellentnahme die Erfolgschance auf eine spätere Schwangerschaft dann ab (je jjünger die Patientin, desto besser die Qualität der Eizellen). Die Eizellen im eingefrorenen Zustand behalten Ihre Qualität und sind zu einem späteren Zeitpunkt nicht gealtert. Sollte der Wunsch nach einem Kind zu einem späteren Zeitpunkt einsetzen, so können Sie dann auf Ihr Erbgut zurückgreifen.

Stehen auch auf Seiten der Frau Operationen im Bereich des Eierstockes an, Bestrahlungen oder Chemotherapien, können unbefruchtete Eizellen vorab kryokonserviert werden.

 

 

 

Besondere optionale Behandlungsmöglichkeiten

 

  1. TESE

Die TESE (testikuläre Spermienextraktion) ist eine spezielle Behandlung für den Mann. In einer mit uns kooperierenden Klinik werden in einem ambulanten Eingriff Gewebeproben (Biopsie) aus dem Hoden entnommen, aus denen für eine spätere künstliche Befruchtung wiederum Samenzellen gewonnen werden können. Das Gewebe wird direkt nach der Entnahme in unser Labor gebracht, dort vorab untersucht und, wenn Spermien vorhanden sind, in flüssigen Stickstoff bei – 196 Grad Celsius eingefroren (Kryokonservierung). Die Proben reichen aus Erfahrung oft für mehrere Versuche aus. Die Injektion der Spermien erfolgt später über das Verfahren der ICSI-Methode.

Die TESE-Behandlung wird umgesetzt, wenn im Ejakulat des Mannes keine Spermien vorhanden sind (Azoospermie) oder Funktionsstörungen vorliegen.

 

  1. Blastozystenkultur

Durch die Verschmelzung des väterlichen und mütterlichen Erbgutes entsteht ein Embryo. Dieser beginnt sich zu teilen und nach 3 Tagen erreicht er unter optimalen Bedingungen ein 8-Zell-Stadium. Sind wenige Embryonen vorhanden, ist zu diesem Zeitpunkt ein Embryonentransfer sinnvoll. Es besteht aber die Möglichkeit, Embryonen länger zu beobachten und erst am Tag 5 zurück in die Gebärmutter zu überführen. Dies kann zu einer Erhöhung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit beitragen. Diese Blastozystenkultur oder verlängerte Kultur ist aber nicht in allen Fällen möglich oder sinnvoll und muss vor Beginn der Kultur festgelegt werden. Nach 5 Tagen erreicht der Embryo unter optimalen Bedingungen das Stadium einer Blastozyste. An welchen Tag der Transfer durchgeführt wird, wird der behandelnde Arzt mit Ihnen im Laufe der Behandlung besprechen.

 

  1. Assisted Hatching

Die Eizelle ist von einer Eihülle, der sog. Zona pellucida umgeben. Am ca. 5 – 6 Tag nach der Befruchtung schlüpft der Embryo aus dieser Eihülle und nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Dieser Vorgang wird „Hatching“ genannt.

Im Verfahren des Assisted Hatching wird dem natürlichen Vorgang etwas nachgeholfen und eine „aktive Schlüpfhilfe“ geschaffen. Im Labor wird unmittelbar vor dem Embryonentransfer die Eihülle mit einem feinen Laserstrahl unter dem Mikroskop auf einer Seite verdünnt und kann sich dann somit leichter öffnen. Die Schlüpfhilfe vereinfacht den Weg in die Gebärmutter.

Assisted Hatching wird empfohlen bei Embryonen, die aus einem Kryokonservierung-Zyklus stammen sowie bei Fällen, bei denen die Eizellhülle, die sog. Zona pellucida, besonders dick oder verhärtet ist. Eizellen bei älteren Frauen zeigen oft diese Eigenschaft. Das Assisted Hatching erleichtert in diesen Fällen das Schlüpfen des Embryos aus der Eihülle.

 

  1. PICSI®

PICSI® (Präselektive oder physiologische intrazytoplasmische Spermieninkektion) ist ein Spermienauswahlmethode, welches im Rahmen der ICSI-Behandlung angewandt werden kann. Dieses Verfahren richtet sich nach dem Reifegrad der Spermien, an das sich die übliche Auswahl nach morphologischen Kriterien anschließt.

Reife Eizellen tragen den chemischen Stoff Hyaluronan auf ihrer Eihülle. Die Köpfe reifer Spermien tragen einen speziellen Rezeptor, mit denen sie sich an den chemischen Stoff binden können und somit eine Fertilisation bewirken.

PICSI® ist eine Technik, die eine natürliche Auswahl von einer reifen Samenzelle imitiert. Reife Samenzellen binden sich an eine speziell behandelte Kulturschale, an die der Wirkstoff Hyaluronan aufgebracht ist. In einem zweiten Schritt werden die gebundenen Samenzellen auf ihre morphologischen Eigenschaften beurteilt und für die Mikroinjektion (ICSI) der Eizelle verwendet. Empfohlen wird das PICSI® Verfahren bei einer ausbleibender Einnistung in die Gebärmutter oder geringer Befruchtungsrate bei vorherigen Behandlungen.

 

 

 

Chancen und Risiken

 

Eine natürlich eintretende Schwangerschaft bringt Nebenwirkungen und somit auch Risiken mit sich. So auch die Kinderwunschbehandlung. Doch oft stellt die Ursache der Kinderlosigkeit ein Risiko dar, weniger die eigentliche Kinderwunschbehandlung. Um Risiken abzuschätzen und zu minimieren, stehen Sie im Verlauf der Behandlung in engem Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt. Selten auftretende Risiken finden Sie nachfolgend aufgeführt:

 

  • Follikelpunktion: Die Follikelpunktion ist ein kleiner ambulanter operativer Eingriff in den weiblichen Körper. Auch die optionale Narkose ist sehr selten mit Nebenwirkungen verbunden, wie z.B. Übelkeit, Erbrechen oder allergische Reaktionen.
     

  • Mehrlingsschwangerschaft: Die Anzahl einer Mehrlingsschwangerschaft ist bei der künstlichen Befruchtung erhöht, aufgrund der Übertragung mehreren Embryonen. Laut Embryonenschutzgesetz dürfen in Deutschland maximal drei Embryonen der Frau übertragen werden. Die Anzahl der Embryonen wird mit Ihnen und Ihrem Arzt im Vorfeld individuell besprochen. In unserer Praxis werden normalerweise nicht mehr als 2 Embryonen transferiert, um das Auftreten einer höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft zu verhindern.
     

  • Eileiterschwangerschaft: Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass der übertragende Embryo sich nicht in die Schleimhaut einnistet, sondern in der Gebärmutterhöhle „wandert“. In diesem Falle kommt es zu einer Einnistung in den Eileiter. Durch anschließende Ultraschallkontrollen von Ihrem Arzt kann dies frühzeitig erkannt und dann behandelt werden.
     

  • Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS): Das Ziel einer Hormonstimulation ist es, mehrere Follikel zum Wachstum anzuregen. Dadurch kommt es ebenfalls zu einer Vergrößerung der Eierstöcke. Wird nachfolgend dann der Eisprung ausgelöst, kann es zu einem Überstimulationssyndrom kommen, wenn zuvor besonders viele Eibläschen herangereift sind. Symptome hierfür zeigen sich in Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Zunahme des Bauchumfangs, etc. Sollte der Fall eintreten, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
    Wir benutzen heute in aller Regel Stimulationsprotokolle, die ein OHSS gar nicht erst auftreten lassen.

 

 

 
 
 

 

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Kinderwunsch-Frauenaerzte Praxis Dr.med.Eisenhardt & Kolleginnen